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Das Wesen des Karma – Tatfolgen, Freiheit und Amor Fati

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Eingetragen von Admin in Alternatives Wissenswertes Leben&Tod Spirituelles
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Beschreibung

Ist der Kosmos gerecht? Was ist Karma und was heißt Eigenverantwortung wirklich?

THEMEN:
1. Otto Hahns Reaktion auf die Atombombe - Karma als Kausalkette, Kausalzusammenhang
"Sollte aus meinen Forschungen eine Atombombe erwachsen, dann bringe ich mich um." Gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen Forschung und Bombe? Karma als Kausalität (Kausalkette)
2. Prämissen des Karma-Gedankens
Es gibt kein voraussetzungsloses Denken, auch die Mathematik gründet auf Axiome.
2.1 Der Kosmos ist lebendig und sinnvoll geordnet, keine sinnlose blinde Kausalität.
2.2 Das Wesen des Kosmos ist nicht von Außen durch Messinstrumente zugänglich, sondern von Innen durch das menschliche Bewusstsein, das einen Spiegel des Kosmos in sich trägt. "Der Mensch ist eine Analogiequelle für das Weltall." (Novalis)
3. Karma als Tat und Tatfolgen (Vergeltungskausalität)
Karma im indischen, buddhistischen, jainistischen Denken weist den Taten reinkarnationsübergreifende Tatfolgen zu. Dieser Karmabegriff zieht mit der Frühromantik, Arthur Schopenhauer und später Rudolf Steiner in das europäischen Denken ein. Oft als reine Vergeltungskausalität in Verbindung mit dem Gedanken der Reinkarnation.
4. Karma als Bedingtheit, Karma als Schicksal
Jeder findet sich als bedingtes Wesen vor, bedingt auch durch seine Familienumstände, seine Epoche und seine Ahnen. Zwei mögliche Schlussfolgerungen: existentialistische "Geworfenheit", ein Würfelspiel des Zufalls an der Eintrittspforte des Lebens oder eine tiefer angelegte Bedingtkeit, die auch mit (zukünftiger) Verantwortung zu tun hat.
5. Karma und die Freiheitsfrage
Freiheitsfrage des 19. Jhd: Wie ist Freiheit denkbar in einer lückenlos kausalen Welt? Frage nach der Gerechtigkeit des Gesamtzusammenhangs und der Bewährung, die auf der Entscheidungsfreiheit beruht, selbst wenn sich diese durch Schienen und Gewohnheiten allmählich verengt. Schopenhauer und Schelling: Die Freiheit besteht nicht daran, dass du tun kannst, was du willst, sondern, dass du dich selbst zu dir selbst entschieden hast. Du wirst von nichts außer dir bedingt. Die Freiheit liegt im esse (Sein) nicht im operari (Handeln).
6. Karma im altgriech. Denken: das Unausweichliche (Heimarmene, Ananke)
Aischylos: "Solange Zeus waltet, solange waltet das Gesetz. Wie einer tat, also muss er leiden." Unausweichliche Vergeltungskausalität unter Einmischung der Götter.
7. Wo beginnt Karma?
Ist ein Gedanke eine karmische Tat? Ist einer verantwortlich für das, was er denkt oder für das, was andere aus seinen Gedanken machen?
8. Für sich selbst verantwortlich sein
Grundfragen: Was habe ich mit meinem Ich, mit meiner konkreten Gestalt zu tun? Hätte ich ein anderer sein können, wenn ich nur gewollt hätte? Wie verantwortlich bin ich für meine Identität? "Ich habe mir das ja nicht ausgesucht." Würfelspiel an der Eintrittspforte des Lebens, Freiheit nur im Tun, im Sein (esse) Sklave der Notwendigkeit, im Handeln (operari) plötzlich frei? Karma heißt immer: Etwas ist schon davor geschehen. Verantwortung basiert auf der (absoluten) Selbstergreifung ohne Selbstaufgabe an etwas außer sich. (Kosmischer Anthropos)
9. Karma und die Einheit der Welt
Wovon gehst du aus? Was ist für dich der Mensch, was die Welt, was Erkenntnis? Weltseele als Allleben und Allbewusstsein des Kosmos. Der Abgrund zwischen dem Toten und dem Lebendigen ist unüberbrückbar. Grundlage des karmischen und kommunikativen Zusammenhangs.
10. Wo beginnt Karma, wo endet es?
Wie hängen Arche (Ursprung) und Telos (Ziel) zusammen? Gibt es einen absoluten Nullpunkt? "Wo ist die Weiche (falsch) gestellt worden?" Wie steht es mit der Erleuchtung? Befreit sie vom Karma?
Buddha: "Die Fesseln des Karma folgen wie treue Diener allen Kreaturen. Das Karma ist wie der Strom der Zeit. Lang ist die Weinranke des Karma, neu, und doch trägt sie alte Früchte. Ein wunderbarer Begleiter aller Kreaturen und doch ist es nicht möglich sie auszureißen. Sie ist unzerstörbar."
11. Gibt es Karma ohne Schuld?
12. Karma und Erlösung
Erlösung wird stets als Erlösung von den Ketten der eigenen Materialität verstanden. Ist die Erlösung ein Gnadenakt wie im Christentum oder eine Errungenschaft innerhalb eines Gerechtigkeitszusammenhangs?
13. Karma und Erinnerung (Anamnesis)
Durch die Verwobenheit des lebendigen metaphysischen karmischen Zusammenhangs könnte die Erinnerung an früheste Zustände möglich sein, ein inneres Ausloten bis hin zum Urgrund.
14. Eigenverantwortung und Amor Fati
Wie gehe ich mit der Realität des Karma um? Kein Lehrer kann das vorgeben. Sich selbst und das eigene Schicksal wirklich ergreifen und ernst nehmen. "Du weißt viel mehr als du ahnst." Amor Fati: Das was ist, will ich und das was geschehen ist, wollte ich auch.

Jochen Kirchhoff, Die Anderswelt: Eine Annäherung an die Wirklichkeit
https://www.drachenverlag.de/buch/Die_Anderswelt.html

Philosophische Gespräche mit Jochen Kirchhoff Episode 26 vom 07. März 2020 (5780) mit Uli Fischer.

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